Altstadt I erkämpft Remis gegen Unser Fritz

Gegen den bis dahin sieglosen Lokalrivalen Unser Fritz hat die erste Mannschaft einen kleinen Dämpfer im Aufstiegsrennen erhalten. Dennoch darf man am Ende des Tages zufrieden sein. Lange hatte es sehr stark nach einer Niederlage ausgesehen. Doch zwei späte Siege von Mark Kusnetsov und Dmitrij Rohovoy sicherten schließlich die Punkteteilung. Die Herner, die sich in der Saison bisher stark unter Wert verkauften, dürfen auf einen Aufwärtstrend hoffen, werden sich aber über eine verpasste Chance ärgern.

Vierter Spieltag und zum vierten Mal zu Hause: Dank des erneut getauschten Heimrechts hatten wir zum wiederholten Male in dieser Saison den Heimvorteil auf unserer Seite. Außerdem verlief die Saison für uns bisher sehr zufriedenstellend, ganz anders als bei unseren Gegnern, die in Normalform sicherlich zu den stärkeren Mannschaften der Gruppe zählen. Beste Vorzeichen also. Leider fielen auf unserer Seite die Gebrüder Wernitz aus. Zum Glück benötigten wir dennoch keinen Ersatz, denn die zweite Mannschaft spielte ebenfalls. Die Herner traten in Bestbesetzung an und hatten sich nach dem schwachen Saisonstart offensichtlich einiges vorgenommen. Wie meistens konnten wir an den vorderen Brettern DWZ-Vorteile vorweisen, während unsere Gegner an den hinteren Brettern favorisiert waren.

An Brett 7 kam Christian Mayeres gegen Andreas Prang nur langsam aus den Startlöchern. Er übersah einen taktischen Einschlag, verlor einen Bauern und opferte inkorrekterweise gleich noch eine Qualität. An Brett 8 hatte Jürgen Gössling, Gegner von Heinz Grothuesmann, eine Abart des das Morra-Gambits gegen die Sizilianische Verteidigung gewählt. Heinz kam damit offensichtlich nicht gut zurecht, sein Gegner erhielt klare Aktivitätsvorteile und ausreichend Kompensation für den geopferten Bauern. An Brett 1 traf Stefan Wickenfeld auf Holger Singbeil. Die Stellung machte schon früh einen vielversprechenden Eindruck, da Stefans Gegner recht passiv spielte und Stefan den sich im bietenden Raum sehr gut ausnutzte. Romuald Samisch hatte an Brett 5 gegen Michael Jungbluth einen Bauern mehr und stand ordentlich.

Nachdem ich in dieser Saison bisher immer am längsten gespielt hatte, bot ich diesmal an Brett 3 gegen Martin Müller früh Remis. In der MacCutcheon-Variante der Französischen Verteidigung ließ mein Gegner kaum etwas zu, sodass ich bereits nach 20 Zügen keine Gewinnchancen mehr sah. Kurze Zeit später gerieten wir bereits in Rückstand. Romuald hatte in scheinbar augeglichener Stellung eine Gabel übersehen und einen Turm verloren – die Aufgabe folgte sogleich. Auch an den anderen Brettern lief es für uns nicht nach Plan. Dmitrij Rohovoy stand an Brett 4 gegen Georg Mikulski recht passiv. Heinz‘ Stellung verschlechterte sich zunehmend. Frank Block geriet an Brett 6 gegen Oliver Distelrath ebenfalls stark unter Druck. Und Mark Kusnetsov fand an Brett 2 gegen Sascha Winterkamp noch kein Durchkommen.

Immerhin an Brett 1 sah alles bestens aus. Stefan hatte zwei Türme für die Dame bekommen und ein weiterer Figurenverlust war für seinen Gegner unvermeidlich. Der Sieg war nur noch eine Frage der Zeit. Doch anstelle des Ausgleichs mussten wir erst eine weitere Niederlage hinnehmen. Christian hatte nach dem anfänglichen Patzer in den Kämpfermodus umgeschaltet und zumindest einend Bauern zurückgewonnen. Letztlich reichte das aber nicht für etwas Zählbares, er musste aufgeben. Dann konnte Stefan verkürzen und endlich den ersten Sieg für Altstadt an diesem Nachmittag einfahren. Er gewann noch ein paar Bauern und seine sichere Königsstellung ließ keine gegnerischen Chancen zu.

Die Situation wirkte dennoch rechts aussichtslos für Altstadt, zumal wenig später auch Heinz aufgeben musste. Franks Gegner hatte einen sehr gefährlichen Königsangriff heraufbeschworen. Immerhin hatte Mark einen Bauern gewinnen können, machte aber noch keine großen Fortschritte bei der Ausnutzung des Vorteils. Dima hatte sich gut verteidigen können und machte zumindest ein paar Hoffnungen darauf, dass er einmal mehr einen Gegner erfolgreich auskontern würde. 2,5 Punkte aus den verbliebenen 3 Partien schienen für Altstadt trotzdem in weiter Ferne.

Irgendwie schaffte Frank es aber, aus dem taktischen Getümmel mit nur einem Bauern Rückstand herauszukommen. Im Turmendspiel konnte er dann sogar diesen zurückgewinnen und ein Remis einfahren. Die Hoffnung auf ein Unentschieden war zumindest noch am Leben. Und die Stellungen bei Mark und Dima machten tatsächlich einen guten Eindruck. Mark machte mit einem aktiven Turm Druck und schien weitere Bauern gewinnen zu können. Dima hatte einen Mehrbauern und stellte eine Mattdrohung auf, die sein Gegner nur noch unter Figurenverlust abwehren konnte.

Der weitere Verlauf gestaltete sich dann aber schwierig. Dimas Gegner drohte, die verbliebenen Bauern einzukassieren und in ein theoretisches Remisendspiel abzuwickeln. Marks Gegner hatte eine Möglichkeit gefunden, mit einem Minusbauern zu verbleiben – im Turmendspiel eigentlich kaum zu gewinnen. Doch dann hatte Mark Glück, dass sein Gegner eine Drei-gegen-Eins-Übermacht am Königsflügel zuzulassen und selbst auf einen ungefährlichen Freibauern am Damenflügel zu vertrauen. Diesen Vorteil ließ Mark sich dann nicht mehr nehmen. Und auch Dima fand noch einen Weg, die Mehrfigur in einen Sieg zu verwandeln. Es gab also doch noch ein Happy End für Altstadt., denn „4:4 gegen den Tabellenneunten“ hört sich schlimmer an als es tatsächlich war.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

Br. Rangnr. SV Unser Fritz 1 Rangnr. SC Recklinghausen Altstadt 1 4:4
1 1 Singbeil, Holger 1 Wickenfeld, Stefan 0:1
2 2 Winterkamp, Sascha 2 Kusnetsov, Mark 0:1
3 3 Müller, Martin 3 Glahn, Michael ½:½
4 4 Mikulski, Georg 5 Rohovoy, Dmitrij 0:1
5 5 Jungbluth, Michael 7 Samisch, Romuald 1:0
6 6 Distelrath, Oliver 8 Block, Frank ½:½
7 7 Prang, Andreas 1001 Mayeres, Hans-Christian 1:0
8 8 Gössling, Jürgen 1002 Grothuesmann, Heinz 1:0

Der Schaden hält sich in Grenzen, die Tabellenführung wird am regulären Spieltag wahrscheinlich trotzdem futsch sein. Mit Altenessen und Mülheim-Nord liegen zwei Teams mit nur einem Punkt Rückstand bei einem Spiel weniger in Lauerstellung. Weiter geht’s für uns am 18.12.. Diesmal werden wir trotz Heimrecht nicht im Kolpinghaus spielen können. Das Spiel wird stattdessen beim Gast in Unna ausgetragen.

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