Erste Mannschaft verliert an Boden

100_4381Die erste Mannschaft hat durch ein 4:4 beim Tabellenletzten Castrop-Rauxel III nach einer erneut schwachen Leistung den Kontakt zu den führenden Waltropern verloren und muss nun sogar um den Relegationsplatz zittern. Niederlagen an den ersten drei Brettern verhinderten, dass man die frühe 3:1-Führung gegen tapfer kämpfende Castroper über die Runden bringen konnte.

Im Mannschaftskampf gegen Castrop-Rauxel, die in der Saison bisher nur ein einziges Unentschieden erzielen konnten, war man eigentlich haushoher Favorit. Das Spiel war auf Wunsch der Castroper ins Kolpinghaus verlegt worden, da in Castrop zeitgleich unsere dritte gegen Castrops vierte Mannschaft spielte. Bei Altstadt setzte Marc Fuhrmann wieder aus, auch Albert Wernitz und Frank Block waren verhindert. Dafür rückte Joachim Mallach zurück in die Mannschaft, außerdem kam Peter Spillmann zu seinem zweiten Saisoneinsatz. Ersatzspieler wurden also nicht benötigt, sodass man gerade an hinteren Brettern doch sehr deutlich favorisiert war. Einzig ich war gegen meinen 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner eher Außenseiter.

Der Mannschaftskampf begann für uns ordentlich. Romuald Samisch kam an Brett 4 gegen Michael Zygan gut aus den Startlöchern, Christian Mayeres profitierte an Brett 7 schon früh von einem Figureneinsteller seines jungen Gegners Vincent Hardt. Joachim Bremer an Brett 5 und Joachim M. an Brett 6 mussten gegen die Geschwister Paul und Marc Wübker dagegen deutlich mehr kämpfen als erhofft. Auch an den anderen Brettern ließ sich zunächst noch kein klarer Vorteil ausmachen. Bereits nach 45 Minuten konnte Christian dann den ersten Sieg für Altstadt einfahren, als sein Gegner eine weitere Figur verlor. Romuald hatte inzwischen eine Qualität gewonnen, setzte aber etwas ungenau fort und musste sie schon wenige Zeit später wieder für einen Bauern opfern. Das Endspiel mit Mehrbauern sah allerdings immer noch gewonnen aus. Joachim B., Joachim M. und Frank Stubbe (Brett 8 gegen Uwe Sevcik) konnten ihre Favoritenrolle allerdings nicht unterstreichen, an allen drei Brettern sah die Stellung sehr ausgeglichen aus. Und so musste man sich an Brett 5 und 6 schließlich auch mit einem Unentschieden zufriedengeben. Wenig später konnte Romuald den Vorsprung ausbauen, als sein Gegner einen Freibauern nicht mehr aufhalten konnte. Altstadt führte 3:1.

Mit der recht deutlichen Führung war man natürlich im Vorteil, dennoch war der Kampf eindeutig noch nicht entschieden. Peter Wernitz hatte an Brett 3 gegen Uwe Zielinski die Entwicklung etwas vernachlässigt und musste um seinen offen stehenden König bangen. Peter S. hatte an Brett 2 gegen Christoph Zobiegala einen Bauern gewinnen können, musste sich allerdings noch mit einigen taktischen Verwicklungen auseinander setzen, außerdem drohte einmal mehr eine nervenaufreibende Zeitnotphase. Ich hatte an Brett 1 gegen Michael Klengel mutig nach vorne gespielt und meinen Gegner immer wieder unter Druck gesetzt. Der konnte aber zunächst alle Angriffe parieren, die sehr taktische Stellung war noch völlig offen. Frank hatte zwar minimale Vorteile, schien aber keinen Weg zu finden, seinen Gegner entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Aufgrund der unklaren Situation an den anderen Brettern lehnte er dennoch ein Remisangebot ab – eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte.

Noch vor der Zeitkontrolle kamen die Castroper dann tatsächlich zum überraschenden Ausgleich. Peter W. wurde sein offener König zum Verhängnis, ein Materialverlust war unvermeidbar – 3:2. Kurze Zeit später dann der Schock: Peter S. hatte in besserer Stellung mit Mehrbauern eine Fesselung übersehen und einen Turm eingestellt. Auf einmal war sogar eine Niederlage möglich, da Franks Stellung wie erwähnt schwierig zu gewinnen war und das Ergebnis meiner Partie in beiderseitiger Zeitnot völlig offen war. Dann hatten wir erstmal Glück, als Frank einen Bauern gewinnen, die Schwerfiguren abtauschen und das Endspiel souverän verwerten konnte. Noch vor der ersten Zeitkontrolle waren damit sieben Partien beendet und es lag an mir, die knappe Führung ins Ziel zu retten. Dann aber verlor ich in immer stärker werdender Zeitnot kurz den Überblick, stellte einen Bauern ein und musste alle Sieghoffnungen begraben. Als ich mich mit sieben Sekunden auf der Uhr über die Zeitkontrolle rettete, war klar, dass ich nur noch auf ein Remis hoffen konnte. Immerhin hätte ja auch das zum Mannschaftssieg gereicht.

Zunächst war die Lage auch noch nicht ganz hoffnungslos. Mein Gegner tat sich sichtbar schwer damit, einen Plan zu finden und ließ mir einen Funken Hoffnung. Als es bereits auf acht Uhr zuging, schwand meine Hoffnung schließlich doch. Mein Gegner hatte einen Weg gefunden, mit Turm und Springer in meine Stellung einzudringen. Ein weiterer Bauernverlust war nicht mehr zu verhindern. Diesen Vorteil ließ er sich dann nicht mehr nehmen. Ich versuchte mich in erneuter Zeitnot noch in Schadensbegrenzung, doch schließlich musste ich meinen Turm für seinen Freibauern opfern und auch meinen eigenen Freibauern abgeben. Und so blieb mir am Ende nur das indirekte Lob meines Computers für die ersten 33 Züge und das Wissen, die mit fast exakt sechs Stunden längste Partie meines Lebens gespielt zu haben. Hier die Einzelergebnisse im Überblick:

Br. Rangnr. SV Castrop-Rauxel 3 Rangnr. SC Recklinghausen Altstadt 1 4:4
1 17 Klengel, Michael 1 Glahn, Michael 1:0
2 18 Zobiegala, Christoph 2 Spillmann, Peter 1:0
3 19 Zielinski, Uwe 5 Wernitz, Peter 1:0
4 20 Zygan, Michael 6 Samisch, Romuald 0:1
5 22 Wübker, Paul-Luca 7 Bremer, Joachim ½:½
6 23 Wübker, Marc-Henri 8 Mallach, Heinz-Joachim ½:½
7 3001 Hardt, Vincent 1003 Mayeres, Hans-Christian 0:1
8 3004 Sevcik, Uwe 1004 Stubbe, Frank 0:1

 

Castrop hat sich bei uns (leider) viel stärker präsentiert, als die vorherigen Ergebnisse erwarten ließen. Nach dem überraschenden Punktverlust haben wir nun nur noch einen halben Brettpunkt Vorsprung auf Unser Fritz II, die nach einem 5,5:2,5-Erfolg über Constantin Herne in Lauerstellung auf Platz 3 liegen. Waltrop zeigte keine Schwäche und schickte RE-Süd mit 6,5:1,5 nach Hause. RSG II spielte 4:4 gegen Drewer, auch Sodingen III und Erkenschwick III trennten sich 4:4. Hier die Tabelle im Überblick:

Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp + = MP BP
1 SV Waltrop 1 ** 5,5 5,0 4,0 6,5 5,0 6,5 6,0 7 6 1 0 13 38.5
2 SC Recklinghausen Altstadt 1 2,5 ** 7,0 5,0 5,5 5,5 6,0 4,0 7 5 1 1 11 35.5
3 SV Unser Fritz 2 3,0 ** 5,0 4,0 5,5 4,5 6,5 6,5 7 5 1 1 11 35.0
4 SG Drewer 1 4,0 1,0 ** 4,0 4,5 3,5 6,5 6,0 7 3 2 2 8 29.5
5 Recklinghäuser SG Läufer-Ost 2 3,0 4,0 ** 3,5 4,0 5,5 4,5 4,0 7 2 3 2 7 28.5
6 SV Recklinghausen-Süd 1 1,5 3,0 4,0 3,5 4,5 ** 4,5 7,0 7 3 1 3 7 28.0
7 SV Constantin Herne 1 3,0 2,5 2,5 4,5 4,0 3,5 ** 5,5 7 2 1 4 5 25.5
8 SV Erkenschwick 3 1,5 2,5 3,5 1,5 2,5 ** 4,0 4,5 7 1 1 5 3 20.0
9 SK Herne-Sodingen 3 2,0 2,0 1,5 3,5 1,0 4,0 ** 5,5 7 1 1 5 3 19.5
10 SV Castrop-Rauxel 3 4,0 1,5 2,0 4,0 2,5 3,5 2,5 ** 7 0 2 5 2 20.0

 

Wir müssen uns leider fragen, warum wir es im neuen Jahr noch nicht ansatzweise schaffen, an das insgesamt starke Jahr 2013 anzuschließen. Dennoch haben wir es nach wie vor selbst in der Hand, den Relegationsplatz zu erreichen. Dazu muss bei der RSG am nächsten Spieltag (16.03.) aber ein Sieg her!

Bericht von Michael Glahn

PS: Hier der Bericht von Castrop.

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3 Kommentare zu Erste Mannschaft verliert an Boden

  1. Christoph Zobiegala sagt:

    Ein sehr schöner und objektiver Bericht.
    Wir hatten eine schöne Portion Glück, damit meine ich mich selbst am meisten.
    Ihr habt es immer noch selbst in der Hand den zweiten Platz gegen Unser Fritz zu sichern und werdet es, meiner Einschätzung nach, schaffen.
    Viel Glück dabei.

    Gruß
    Christoph

  2. Michael Glahn sagt:

    Vielen Dank! Ich bin mir zwar nicht sicher, wieso wir das deiner Einschätzung nach schaffen werden, wo du doch nur unsere (für einen Aufstieg nicht ausreichende) Leistung vom letzten Spiel erleben durftest, aber wir werden sicher alles versuchen. 😉

  3. Grothuesmann sagt:

    Glückwunsch zum Sieg gegen Ost! die Ausgangssituation für den letzten Spieltag ist nun sehr sehr günstig für uns! Hoffentlich schaffen wir das dieses Jahr. Ich drücken feste die Daumen!
    Gruß Heinz

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