Altstadt I verschenkt Sieg gegen Waltrop

Der Höhenflug der ersten Mannschaft ist gestoppt! Gegen den ersten Verfolger Waltrop musste man eine bittere 2,5:5,5-Niederlage hinnehmen und verlor neben dem Spiel gleich auch noch die Tabellenführung an die Waltroper. Die nach einem groben Patzer der Waltroper entstandene schnelle Führung konnte nicht gehalten werden. Stattdessen verwandelte sich kurz vor der ersten Zeitkontrolle eine – speziell nach Betrachtung der noch laufenden Partien – aussichtsreiche 2,5:1,5-Führung innerhalb kürzester Zeit in eine komplett aussichtslose Lage.

Bei den Altstädtern musste diesmal Albert Wernitz, Joachim Mallach und Frank Block passen. Doch die drei Stammspieler konnten hochkarätig ersetzt werden: Peter Spillmann und Marc Fuhrmann kamen an Brett 2 und 3 jeweils zu ihrem ersten Saisoneinsatz. Außerdem rückten Christian Mayeres und Frank Stubbe zurück in die Mannschaft, weshalb man zum Spitzenspiel der Bezirksliga keinen Ersatzspieler benötigte. Bei den Waltropern fehlte das nominelle vierte Brett, doch auch hier fand sich ein spielstarker Vertreter. Die Ausgangslage war für beide Mannschaften sehr gut: Altstadt rangierte noch ohne Verlustpunkt an der Spitze der Tabelle, Waltrop, die am letzten Spieltag ihren ersten Mannschaftspunkt abgegeben hatten, folgten auf Platz 2 und konnten mit einem Sieg vorbeiziehen. Bei einem Altstädter Sieg hätten wir uns dagegen von den Verfolgern absetzen können, der Aufstieg hätte dann bereits konkete Formen angenommen. Ein Favorit war in diesem Spiel absolut nicht auszumachen. Und so konnte man ein hochklassiges und ausgeglichenes Spiel erwarten…

Der Beginn verlief ordentlich. Es dauerte etwas, bis man die ersten leichten Vorteile erkennen konnte. Ich hatte mit Schwarz an Brett 1 gegen Dr. Rolf Breidenbach schnell ausgleichen können. Christian Mayeres spielte an Brett 7 gegen Marco Harde ebenfalls mit Schwarz und versuchte genau so schnell aktiv zu werden. Auch Romuald Samisch hatte mit Schwarz an Brett 5 gegen Frank Schwammbach überhaupt keine Mühe auszugleichen. Die erste Entscheidung fiel dann nach ca. einer Stunde. Frank Stubbe hatte seine Bauern an Brett 8 gegen Jörn Gasper etwas übereifrig vorgerückt und sich damit in eine leicht passive Situation gebracht. Doch sein Gegner war mit einem Unentschieden völlig zufrieden und führte eine Zugwiederholung herbei. Eine Viertelstunde später dann ein seltener Fehler: Ich hatte einen Bauern geschlagen und dabei in Kauf genommen, dass die gegnerischen Figuren aktiv wurden. Mein Gegner war dann aber doch etwas zu schnell mit der Aktivierung, übersah eine simple Fesselung und verlor die Dame – die frühe Führung für Altstadt!

Mit der Führung im Rücken konnten die Altstädter sehr beruhigt sein, insbesondere da Christian langsam aber sicher einen deutlichen Vorteil erlangen konnte und Romuald einen Bauern hatte gewinnen können. Joachim Bremer einigte sich an Brett 6 mit seinem Gegner Frank Nagel auf Remis. Im Nachhinein betrachtet war das bei der etwas aktivieren Stellung vielleicht etwas vorschnell, bei der aktuellen Situation an den anderen Brettern aber absolut verständlich. Es deutete immer mehr auf einen Altstädter Sieg hin. Christian lag nun sogar mit einer Leichtfigur und einem Bauern in Front, das Ende dieser Partie schien absehbar. Romuald gab sich alle Mühe, den Mehrbauern umzusetzen. Peter Spillmann hatte an Brett 2 gegen Martin Drewes wohl ebenfalls eine leicht bessere Stellung, ließ sich bei seinen Zügen aber gewohnt viel Zeit. Peter Wernitz hatte an Brett 4 gegen Christoph Sehrbrock einen augenscheinlich gefährlichen Angriff auf den lang rochierten gegnerischen König gestartet. Einzig Marc Fuhrmann schien an Brett 3 gegen Andreas Winterberg etwas unter Druck zu stehen.

Als Marc sich jedoch von dem Druck befreien konnte und mich fragte, ob er das Remisangebot seines Gegners annehmen könne, schien endgültig alles nach Plan zu laufen. Doch unmittelbar nach der Einigung lief plötzlich alles schief. Christian hatte das Gegenspiel seines Gegners unterschätzt, der eine Qualität opfern konnte und schließlich mit einem Abzugsschach Christians Dame für eine Leichtfigur gewinnen konnte. Christian hatte nun zwar immerhin einen Turm, einen Läufer und einen Bauern für die Dame, stand aber trotzdem klar schlechter als sein Gegner. Peter S. fand mit seinem Königsangriff kein Durchkommen und geriet in immer stärkere Zeitnot. Der Angriff von Peter W. hatte sich bei guter Verteidigung als ungefährlich herausgestellt, Peter versuchte es mit der Brechstange und musste einen Springer hergeben. Als Romuald dann auch noch alles auf eine Karte setzte und zwei Bauern in dem Irrglauben opferte, der eigene a-Bauer wäre schnell genug, hatte sich das Blatt endgültig zugunsten der Waltroper gewendet.

Alle vier kämpften noch einige Zeit, doch letztlich gelang Altstadt kein weiterer Punktgewinn mehr. Innerhalb weniger Minuten war dann alles vorbei. Christian hätte auf einmal doch noch einen Gegenangriff starten können, der zum Dauerschach geführt hätte. Stattdessen übersah er ein einzügiges Matt. Waltrop hatte ausgeglichen und beließ es nicht dabei. Peter S. hatte in Zeitnot keine Lösung gefunden, einen Bauern verloren und überschritt schließlich auch noch die Zeit. Fast zeitgleich mussten dann auch Romuald und Peter W. die Segel streichen. Romualds a-Bauer und der gegnerische d-Bauer zogen zeitgleich durch, es blieben letztlich zwei Mehrbauern für Romualds Gegner – es folgte die Aufgabe und damit der Mannschaftssieg für Waltrop, die direkt noch einen draufsetzten: Peter W. konnte seinen Turm in einer Fesselung nicht mehr retten und gab ebenfalls auf.

Hier die Einzelergebnisse im Überblick:

Br. Rangnr. SC Recklinghausen Altstadt 1 Rangnr. SV Waltrop 1 2,5:5,5
1 1 Glahn, Michael 1 Breidenbach, Rolf 1:0
2 2 Spillmann, Peter 2 Drewes, Martin 0:1
3 3 Fuhrmann, Marc André 3 Winterberg, Andreas ½:½
4 5 Wernitz, Peter 5 Sehrbrock, Christoph 0:1
5 6 Samisch, Romuald 6 Schwammbach, Frank 0:1
6 7 Bremer, Joachim 7 Nagel, Frank ½:½
7 1003 Mayeres, Hans-Christian 8 Harde, Marco 0:1
8 1004 Stubbe, Frank 10 Gasper, Jörn ½:½

 

Waltrop gewinnt das Spiel mit 5,5:2,5, doch für Altstadt wäre hier viel, viel mehr drin gewesen. Eine ärgerliche Niederlage, die aber noch lange nicht das Ende aller Aufstiegsträume bedeutet. Waltrop hat zwar nun die Tabellenspitze übernommen, Altstadt bleibt aber auf einem Aufstiegsplatz. Schützenhilfe wäre fast von Außenseiter Erkenschwick III gekommen, die gegen Unser Fritz II nur knapp an einer Überraschung vorbeischrammten (3,5:4,5). Die weiteren Verfolger RE-Süd (7:1 gegen Sodingen III) und Drewer (6:2 gegen Castrop-Rauxel III) konnten überzeugen, liegen aber immer noch drei Punkte hinter Altstadt. Außerdem trennten sich Constantin Herne und die RSG II 4:4. Beide dürften mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben.

Hier die Tabelle im Überblick:

Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp + = MP BP
1 SV Waltrop 1 ** 5,5 5,0 4,0 5,0 6,5 6,0 6 5 1 0 11 32.0
2 SC Recklinghausen Altstadt 1 2,5 ** 5,0 7,0 5,5 5,5 6,0 6 5 0 1 10 31.5
3 SV Unser Fritz 2 3,0 ** 4,0 5,0 4,5 6,5 6,5 6 4 1 1 9 29.5
4 SV Recklinghausen-Süd 1 3,0 4,0 ** 3,5 4,5 4,5 7,0 6 3 1 2 7 26.5
5 SG Drewer 1 4,0 1,0 4,5 ** 3,5 6,5 6,0 6 3 1 2 7 25.5
6 Recklinghäuser SG Läufer-Ost 2 3,0 3,5 ** 4,0 5,5 4,5 4,0 6 2 2 2 6 24.5
7 SV Constantin Herne 1 3,0 2,5 3,5 4,5 4,0 ** 5,5 6 2 1 3 5 23.0
8 SV Erkenschwick 3 1,5 2,5 3,5 1,5 2,5 ** 4,5 6 1 0 5 2 16.0
9 SK Herne-Sodingen 3 2,0 2,0 1,5 1,0 3,5 ** 5,5 6 1 0 5 2 15.5
10 SV Castrop-Rauxel 3 1,5 2,0 4,0 2,5 3,5 2,5 ** 6 0 1 5 1 16.0

 

Am 7. Spieltag (23.02.) folgt das Spiel gegen den Tabellenletzten Castrop-Rauxel III. Um nicht aus den Aufstiegsplätzen zu rutschen, muss ein Sieg her! Achtung: Auf Wunsch von Castrop wurde das Heimrecht getauscht, das Spiel findet also im Kolpinghaus statt. Waltrop spielt dann zu Hause gegen RE-Süd, Unser Fritz II trifft im Herner Derby auf Constantin, Drewer muss bei der RSG II antreten. Außerdem kommt es zum Abstiegsduell zwischen Sodingen III und Erkenschwick III.

Bericht von Michael Glahn

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Ein Kommentar zu Altstadt I verschenkt Sieg gegen Waltrop

  1. Grothuesmann sagt:

    Schade, aber kein Totalschaden! Wir stehen ja noch auf einem Aufstiegsplatz!
    Kopf hoch und bis zum nächsten Spieltag!
    Gruß Heinz

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