Altstadt I: Zwischen Pech und Unvermögen

Die erste Mannschaft hat auch das zweite Spiel in der Verbandsklasse verloren. Gegen den Aufstiegskandidaten SV Horst-Emscher II setzte es eine 2,5:5,5-Niederlage. Mit dem kurzfristigen gesundheitsbedingten Ausfall von Peter Wernitz und einer kampflosen Niederlage musste man bereits früh Rückschläge verkraften. Drei teils mehr, teils weniger wehrlose Niederlagen besiegelten die Niederlage – bereits nach ca. 2 1/2 Stunden lag Altstadt unaufholbar mit 0,5:4,5 zurück, ehe Peter Spillmann und Romuald Samisch mit zwei schön herausgespielten Siegen für Lichtblicke sorgten.

Nach der bitteren Auftaktniederlage gegen Castrop-Rauxel II waren wir auch im zweiten Saisonspiel Außenseiter. Doch dem Favoriten Horst-Emscher II – nach DWZ die zweitstärkste Mannschaft der Liga – wollte man zumindest einen harten Kampf liefern. Außer Frank Block (Urlaub), der von Heinz Grothuesmann vertreten wurde, hatten zunächst alle nominellen Stammspieler zugesagt. Leider musste Peter W. aus gesundheitlichen Gründen unmittelbar vor dem Spiel passen. Zwar konnte Udo Wickenfeld noch sehr kurzfristig einspringen (danke dafür und auch danke an Jennifer, die dadurch erneut die 4. Mannschaft betreute!), dennoch hatte sich die Ausgangslage insbesondere an den hinteren Brettern natürlich wieder etwas verschlechtert.

Und der zweite Rückschlag folgte sogleich: Marc Fuhrmann (Brett 4) verspätete sich und erreichte das Spiellokal erst wenige Minuten nach Ablauf der Karenzzeit, wodurch sein Gegner Bernd Konietzka einen kampflosen Punkt verbuchen konnte – 0:1! Albert Wernitz (Brett 2 gegen Peter Tobczewski) war trotz des frühen Rückstands nicht zum Kämpfen aufgelegt und steuerte erneut ein Kurzremis bei. Auch an den übrigen Brettern ließen die Stellungen etwas zu wünschen übrig. Alfred Kotlar (Brett 5 gegen Ralf Kiryk) schien sich trotz Anzugsvorteil schnell auf die Verteidigung konzentrieren zu müssen. Auch Udo Wickenfeld stand an Brett 8 gegen Tom Rebentisch bereits schnell sehr passiv.

So kam es, dass die Situation für Altstadt schon nach relativ kurzer Spielzeit ziemlich aussichtslos war. Heinz Grothuesmann (Brett 7 gegen Klaus Rydzewski) hatte zu Beginn des Mittelspiels etwas die Zielstrebigkeit vermissen lassen. In vermutlich etwas nachteiliger Stellung unterlief ihm ein folgenschwerer Fehler, der ihn einen Bauern und jegliche Hoffnung auf Gegenspiel kostete. Es folgte die Aufgabe und der Zwei-Punkte-Rückstand für Altstadt. Etwa zur gleichen Zeit bot mir mein Gegner Jörg Patzer an Brett 1 bei noch nicht ganz abgeschlossener Entwicklung Remis. Noch während ich darüber nachdachte, vergrößerte sich unser Rückstand, als Udo seinem Gegner gratulieren musste. Das Ende der Partie habe ich nicht mitbekommen, aber die verdoppelten gegnerischen Türme auf der halboffenen Linie, die Udo nicht zur Entfaltung kommen ließen und für einen klaren Aktivitätsvorteil sorgten, werden den Unterschied ausgemacht haben. Mit Blick auf das Mannschaftsergebnis und aus persönlichem Ehrgeiz lehnte ich anschließend in vermutlich leicht schlechterer Stellung das Remisgebot tollkühn ab – nur um zwei Züge später das Kunststück zu vollbringen, einzügig einen Springer einzustellen. Meine Aufgabe bedeutete schon nach ca. 2,5 Stunden das Ende aller Hoffnungen auf Mannschaftspunkte.

Nach einer kurzen Verschnaupause zum Abreagieren stellte ich fest, dass die Situation an den übrigen Brettern zumindest Hoffnung auf ein bisschen Ergebniskosmetik machte. Peter Spillmann hatte an Brett 3 gegen Olaf Arndt mutig einen Königsangriff inklusive Figurenopfer gestartet, welcher recht vielversprechend aussah. Romuald Samisch hatte an Brett 6 gegen Christian Verfürth zwar eine Qualität geopfert, dafür aber einen weit vorgerückten Bauern erhalten, der mächtig Druck zu machen schien. Und so konnten wir tatsächlich noch etwas herankommen. Romualds Freibauer brachte die Entscheidung zu seinen Gunsten, während Peters Gegner sich wohl etwas ungenau verteidigte und die Stellung schließlich nicht mehr halten konnte – 2,5:4,5.

Alfred musste wie schon beim Auftaktspiel am längsten spielen, diesmal jedoch sah die Stellung weniger aussichtsreich aus, da er nach und nach mehrere Bauern verloren hatte. In einem Endspiel mit jeweils zwei Türmen und einigen Minusbauern wehrte er sich zwar nach Kräften, konnte die Niederlage aber nicht mehr abwenden. Das Endergebnis lautete somit 2,5:5,5 aus Altstädter Sicht. Die positive Nachricht: Da unsere zwei ersten Gegner wohl zu den stärkeren Mannschaften der Liga gehören, hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt sowieso nicht viel mehr erwartet (auch wenn durchaus mehr drin gewesen wäre).

Hier die Einzelergebnisse im Überblick:

Br. Rangnr. SV Horst-Emscher 2 Rangnr. SC Recklinghausen Altstadt 1 5,5:2,5
1 9 Patzer, Jörg 1 Glahn, Michael 1:0
2 10 Tobczewski, Peter 2 Wernitz, Albert ½:½
3 11 Arndt, Olaf 3 Spillmann, Peter 0:1
4 12 Konietzka, Bernd 4 Fuhrmann, Marc André +:-
5 13 Kiryk, Ralf 5 Kotlar, Alfred 1:0
6 15 Verfürth, Christian 7 Samisch, Romuald 0:1
7 16 Rydzewski, Klaus 1002 Grothuesmann, Heinz 1:0
8 23 Rebentisch, Tom 10 Wickenfeld, Udo 1:0

In den übrigen Spielen trennten sich Castrop-Rauxel II und WD Borbeck II sowie Brackel III und Ahlen II jeweils 4:4. Oberhausen III siegte beim SC an der Uni Bochum mit 5:3. Den klarsten Sieg feierte der Dortmunder SV mit einem 6:2 über Mülheim-Nord V. In der Tabelle reihen wir uns mit nach wie vor 0 Mannschaftspunkten zunächst auf einem Abstiegsplatz ein. Von der roten Laterne (Uni Bochum) sind wir aber immerhin noch einen halben Brettpunkt entfernt. Auf den Aufstiegsplätzen befinden sich derzeit der Dortmunder SV und unser heutiger Gegner Horst-Emscher II, die jeweils noch ohne Punktverlust sind.

Hier die Tabelle im Überblick:

Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp + = MP BP
1 Dortmunder SV 1 ** 5,0 6,0 2 2 0 0 4 11.0
2 SV Horst-Emscher 2 ** 4,5 5,5 2 2 0 0 4 10.0
3 SV Ahlen 2 ** 4,0 6,0 2 1 1 0 3 10.0
4 SV Castrop-Rauxel 2 ** 4,0 5,0 2 1 1 0 3 9.0
4 Weiße Dame Borbeck 2 4,0 ** 5,0 2 1 1 0 3 9.0
6 Oberhausener SV 3 3,5 ** 5,0 2 1 0 1 2 8.5
7 SF Brackel 3 3,0 4,0 ** 2 0 1 1 1 7.0
8 SC Recklinghausen Altstadt 1 2,5 3,0 ** 2 0 0 2 0 5.5
9 SV Mülheim-Nord 5 2,0 3,0 ** 2 0 0 2 0 5.0
9 SC an der Uni Bochum 1 2,0 3,0 ** 2 0 0 2 0 5.0

Weiter geht’s am 16.11. mit einem Kellerduell im heimischen Kolpinghaus gegen Uni Bochum. Will man nicht direkt mit dem Rücken zur Wand stehen, sollten hier die ersten Zähler gegen den Abstieg gesammelt werden.

Bericht von Michael Glahn

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Ein Kommentar zu Altstadt I: Zwischen Pech und Unvermögen

  1. Grothuesmann Heinrich sagt:

    ein wirklich unglücklicher Tag! Marc war sichtlich enttäuscht und geknickt! Es ging um 5 Minuten, aber regelkonform.
    Wir müssen kämpfen und hoffen, dass wir das schlimmste hinter uns haben. Vielleicht können wir ja mal am nächsten Spieltag von oben herunterspielen, dann haben wir auch Erfolg.
    gruß Heinz

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