Erste steuert das Niemandsland an

Die erste Mannschaft hat im sechsten Saisonspiel die dritte Niederlage einstecken müssen und dümpelt somit weiter im Mittelfeld der Tabelle herum. Gegen den Tabellenzweiten SV Kamen II gab es ein 3:5. Der mangelnde „Killer-Instinkt“ gab letztlich den Ausschlag. Sechs Partien endeten trotz teilweise besserer Stellungen im Remis, die übrigen beiden gingen verloren.

Vor dem Mannschaftskampf war der Ausgang völlig offen. Die Tabelle sah Kamen als Favorit. Die Mannschaft kann bereits vier Siege bei nur einer Niederlage vorweisen und stand daher auf dem 2. Platz. Altstadt konnte jedoch erneut auf die Stammformation zurückgreifen – dachte man. Denn leider fiel Peter Wernitz kurzfristig krankheitsbedingt aus (gute Besserung!), sodass Christian Mayeres nachrückte. Die Kamener mussten dagegen, wie fast immer in dieser Saison, keinen Ausfall verkraften. Nominell war Altstadt an den vorderen vier Brettern Favorit, während die Kamener hinten Vorteile besaßen.

Diesen Vorteil konnten die Kamener umgehend in eine Führung verwandeln. Christian war an Brett 8 gegen Dirk Markert chancenlos und musste seinem Gegner früh gratulieren. Altstadt dagegen konnte aus dem DWZ-Vorteil an den vorderen Brettern kein Kapital schlagen. Die Partien von Mark Kusnetsov (Brett 1 gegen Stefan Schulze-Bergcamen), Peter Trzaska (Brett 2 gegen Thomas Traunecker) und Albert Wernitz (Brett 3 gegen Marcel Koch) endeten schnell unentschieden. Keiner der Spieler hatte ernsthaften Vorteil. Peter hätte eine Figur opfern müssen, um einen Nachteil zu vermeiden. Die resultierende, völlig unklare Stellung stufte er als zu riskant ein und nahm das frühe Remisgebot seines Gegners an.

Alfred Kotlar stand an Brett 5 gegen Christian Krabbe zunächst positionell schlechter, wohl aber noch nicht auf Verlust. Dmitrij Rohovoy konnte sich an Brett 4 gegen Thomas Wiese zwei Mehrbauern erarbeiten. Romuald Samisch, an Brett 6 gegen Dieter Krause eigentlich Außenseiter, erlangte ebenfalls materiellen Vorteil, indem er eine Dame für Turm und Läufer gewinnen konnte. Die Lage sah also trotz des Rückstands und des DWZ-Nachteils an den übrigen Brettern für Altstadt nicht schlecht aus, zudem Alfreds Gegner zu überhastet angriff, dadurch seine Zentrumsfelder schwächte und Alfred diverse vielversprechende Konterchancen überließ.

Alfred erwischte jedoch leider keinen guten Tag. Er überschätzte eine gegnerische Drohung deutlich – das Schlagen eines bedrohten Bauerns hätte Alfeds Gegner die Partie gekostet – und stellte seinen Turm abseits, sodass er in der Folge faktisch mit einem Turm weniger spielte. Ein Comeback war nicht mehr möglich, Alfreds Niederlage bedeutete einen zwei-Punkte-Rückstand für Altstadt. Altstadt hatte aber immer noch Chancen. Denn wie Dmitrij und Romuald zeigte auch Frank Block an Brett 7 gegen Jochen Bals eine gute Vorstellung und erarbeitete sich einen Vorteil. Anschließend wählte er aber den falschen Plan im Endspiel und verfehlte es damit, seinen Gegner weiter unter Druck zu setzen. Schließlich musste er ins Remis einwilligen. Als dann auch noch Dmitrijs Gegner irgendwie zu Gegenspiel kam und die Partie in den Remishafen lenken konnte, war die Niederlage besiegelt. Zuletzt verpasste es auch Romuald, seine gute Vorstellung zu krönen. Seine Partie war zwischenzweitlich vermutlich gewonnen, was jedoch ein äußerst exaktes Spiel verlangte. Stattdessen stand am Ende auch hier ein Remis zu Buche.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

Br. Rangnr. SC Recklinghausen Altstadt 1 Rangnr. SV Kamen 2 3:5
1 1 Kusnetsov, Mark 9 Schulze-Bergcamen, Stefan ½:½
2 2 Trzaska, Peter 10 Traunecker, Thomas ½:½
3 4 Wernitz, Albert 11 Koch, Marcel ½:½
4 5 Rohovoy, Dmitrij 12 Wiese, Thomas ½:½
5 7 Kotlar, Alfred 13 Krabbe, Christian 0:1
6 8 Samisch, Romuald 14 Krause, Dieter ½:½
7 1001 Block, Frank 15 Bals, Jochen ½:½
8 1002 Mayeres, Hans-Christian 16 Markert, Dirk 0:1

Altstadt bleibt trotz der Niederlage auf Platz 5, muss aber nun sämtliche Aufstiegshoff-nungen begraben. In den Parallelspielen musste Listiger Bauer Essen gegen Welper II bei einem 4:4 den ersten Punktverlust einstecken. Der Aufstieg dürfte trotzdem nur eine Frage der Zeit sein. Bottrop II wäre gegen Brackel III fast eine Überraschung gelungen, die Dortmunder gewannen knapp mit 4,5:3,5. SD Osterfeld feierte gegen Schlusslicht Wattenscheid IV einen 7:1-Kantersieg, bleibt jedoch trotzdem auf einem Abstiegsplatz. Während die Osterfelder dennoch weiter auf den Klassenerhalt hoffen dürfen, beginnt für Wattenscheid nun wohl die Abschiedstournee aus der Verbandsklasse. Außerdem schlug Borbeck II unseren Lokalrivalen Sodingen/Castrop III mit 5:3.

Die Tabelle im Überblick:

Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp + = MP BP
1 SC Listiger Bauer Essen 1 ** 5,5 4,0 5,0 4,5 5,0 5,0 6 5 1 0 11 29.0
2 SV Kamen 2 2,5 ** 5,5 5,0 4,5 4,5 7,0 6 5 0 1 10 29.0
3 SV Welper 2 4,0 ** 4,0 3,5 5,0 6,5 5,0 6 3 2 1 8 28.0
4 SF Brackel 3 2,5 4,0 ** 6,5 4,0 4,5 5,5 6 3 2 1 8 27.0
5 SC Recklinghausen Altstadt 1 3,0 3,0 ** 5,5 3,0 4,5 5,0 6 3 0 3 6 24.0
6 Weiße Dame Borbeck 2 3,5 4,5 1,5 2,5 ** 5,0 4,5 6 3 0 3 6 21.5
7 SK Sodingen / Castrop 3 3,5 3,0 4,0 5,0 3,0 ** 6,5 6 2 1 3 5 25.0
8 Schwarze Dame Osterfeld 1 3,0 3,5 3,5 3,5 ** 4,5 7,0 6 2 0 4 4 25.0
9 SV Bottrop 2 1,0 1,5 3,5 3,0 3,5 ** 4,5 6 1 0 5 2 17.0
10 SV Wattenscheid 4 3,0 3,0 2,5 1,5 1,0 3,5 ** 6 0 0 6 0 14.5

Für Altstadt geht die Saison bereits am 14.02. weiter. Am Valentinstag geht die Reise zum Schlusslicht nach Wattenscheid. Alle anderen Spiele finden regulär am 21.02. statt.

Bericht basierend auf den Angaben von Peter Trzaska

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