Erste Mannschaft chancenlos

Heinz Grothuesmann (vorne) und Romuald Samisch (hinten) spielten jeweils Remis

Heinz Grothuesmann (vorne) und Romuald Samisch (hinten) spielten jeweils Remis

Die erste Mannschaft hat in der Verbandsklasse gegen den Tabellenfüh- rer  Dortmunder SV erwartungsgemäß ei- ne Niederlage kassiert und war beim 1:7 im heimischen Kolpinghaus komplett chancenlos. Nur Romuald Samisch und Heinz Grothuesmann konnten ihre Par- tien Remis halten, alle anderen Altstädter mussten ihren Gegnern gratulieren. Durch die hohe Niederlage und den gleichzeitigen Punktgewinn des SC an der Uni Bochum sieht die Tabelle nun wieder etwas bedrohlicher aus.

Dass der Mannschaftskampf einer der schwersten in dieser Saison werden würde, war allen schon vor Beginn klar. Die Mannschaft des Dortmunder SV – nebenbei bemerkt neben uns und Bochum die einzige Erstvertretung eines Vereins in unserer Gruppe – hat mit Abstand den höchsten DWZ-Schnitt der Liga und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr den Gang in die Verbandsliga antreten. Und die Hoffnung, dass die Dortmunder uns unterschätzen würden, schien auch vergebens: Von Position 3 abgesehen traten sie in kompletter Stammformation an. Bei Altstadt rückte im Vergleich zum gewonnenen Abstiegskampf-Duell gegen Oberhausen Peter Spillmann zurück in die Mannschaft, dafür pausierte Namensvetter Peter Wernitz. Nominell waren wir an fast allen Brettern klarer Außenseiter, nur Christian Mayeres war an Brett 7 leicht favorisiert, musste allerdings gegen einen deutlich jüngeren Gegner antreten – und die Jugend ist bekanntlich häufig stärker als die Wertungszahl vermuten lässt.

Leider fällt es mir in diesem Bericht zum ersten Mal schwer, durch die Schilderung der Wendungen ein bisschen „Spannung“ zu erzeugen – und dies aus dem einfachen Grund, dass es kaum Wendungen gab. Wir gerieten von Beginn an an nahezu allen Brettern mehr und mehr unter Druck. Ich hatte es an Brett 1 mit den schwarzen Steinen mit IM Bernd Kohlweyer zu tun und zeigte in der Eröffnung zum wiederholten Male einige Unsicherheiten. Auch Heinz Grothuesmann schien an Brett 8 gegen Christoph Herrmann bereits früh einen kleinen Nachteil zu haben, da er seinem Gegner die offene a-Linie überlassen musste. Zu diesem frühen Zeitpunkt schien mir Christian an Brett 7 der Einzige zu sein, der vielleicht einen kleinen Vorteil erhalten hatte, da sein Gegner Jan-Louis Wichtrup gegen die Königsindische Verteidigung ein paar ungewöhnliche Bauernzüge am Königsflügel ausgepackt hatte.

Die übrigen Altstädter versuchten es mit ihren jeweils gewohnten Spielstilen, schienen aber allesamt maximal auf Ausgleich hoffen zu dürfen. Peter schob an Brett 3 gegen Karl-Heinz Hüttemann seine Bauern am Königsflügel nach vorne, der Angriff wirkte jedoch schnell etwas langsamer als der Angriff seines Gegners am Damenflügel. Frank Block setzte an Brett 6 gegen Torsten Wolff ebenfalls seine Königsflügel-Bauern in Marsch, konnte aber genauso wenig Durchschlagskraft entwickeln. Auch Albert Wernitz peilte an Brett 2 gegen Ralph Mallée einen gewohnten Aufbau an, geriet hier aber schnell unter Druck, da sein Gegner es wesentlich besser verstanden hatte, seine Figuren zu aktivieren. Alfred Kotlar spielte an Brett 4 gegen Rainer Wittmann und hatte damit zu kämpfen, dass sein Gegner früh mit Läufer und Dame die lange Diagonale in Besitz genommen hatte. Immerhin schien Romuald Samisch an Brett 5 gegen Harald Canzler seine Stellung zusammenzuhalten. In einer offenen Stellung hatten beide Spieler abwechselnd Drohungen, parierten diese aber problemlos.

Auch wenn Heinz die Lage am letzten Brett nun etwas besser unter Kontrolle bekam, sollte sich die Gesamtsituation nicht mehr zum Positiven aus Altstädter Sicht verändern. Es dauerte ca. 3 Stunden, bis die erste Entscheidung fiel. Dann aber ging es Schlag auf Schlag. Peter musste die gegnerischen Figuren am Damenflügel in seine Stellung eindringen lassen und gab auf, als der zweite Bauernverlust nicht mehr zu verhindern war. Christian hatte seine zu Beginn ordentliche Stellung nicht ausnutzen können, da er am Königsflügel keine Fortschritte machte, sein Gegner aber am Damenflügel eindringen konnte. Auch er gab auf, als er eine Figur verlor. Unterdessen hatte ich mich zunächst in die Partie kämpft und tatsächlich kurzzeitig sogar mindestens ausgeglichen, direkt darauf aber mal wieder die gegnerischen Drohungen überschätzt und zu ängstlich weitergespielt. Mein Gegner startete schließlich einen Angriff gegen meinen König, dem ich nichts mehr entgegenzusetzen hatte – 0:3.

Das erste kleine Erfolgserlebnis kam dann von Romuald, der seinem Gegner kaum Angriffsmöglichkeiten eingeräumt hatte und zumindest ein Remis ergattern konnte. Hoffnung für die Mannschaft gab es natürlich trotzdem keine mehr. Die Niederlage war wenig später besiegelt. Frank hatte einen Bauern verloren und anschließend mit Gewalt versucht, seinen Königsangriff weiterzuführen, was leider erfolglos blieb und im endgültigen Verlust endete. Und für uns kam es noch dicker. Alfred konnte gegen die aktiven Figuren seines Gegners nichts ausrichten, verlor mehrere Bauern und opferte eine Figur in der letzten Hoffnung auf ein Dauerschach. Auch diese Hoffnung war vergebens. Sein Gegner baute sich eine Festung und durfte mit großem Materialvorsprung Alfreds Glückwunsch entgegennehmen. Heinz hatte in der Zwischenzeit eine solide Stellung erreicht und seinem Gegner fiel keine bessere Fortsetzung als eine Zugwiederholung ein – in Anbetracht der Stellungen war jedes Remis eine kleine Erleichterung!

Zuletzt spielte noch Albert, doch auch für ihn ging es nur noch um ein Remis, da all seine Figuren an die Verteidigung gebunden waren und absolut keine Bewegungsfreiheit hatten. Sein Gegner wusste das auszunutzen, Albert hätte am Ende sogar das Matt kaum noch verhindern können. Die Niederlage beendete aus Altstädter Sicht einen Mannschaftskampf zum Vergessen. Auch wenn die Chancen schon im Vorhinein als äußerst gering einzuschätzen waren, wirkt die klare Niederlage nach dem starken Auftritt in Oberhausen ein wenig ernüchternd.

Die Einzelergebnisse im Überblick:

Br. Rangnr. SC Recklinghausen Altstadt 1 Rangnr. Dortmunder SV 1 1:7
1 1 Glahn, Michael 1 Kohlweyer, Bernd 0:1
2 2 Wernitz, Albert 2 Mallee, Ralph 0:1
3 3 Spillmann, Peter 4 Hüttemann, Karl-Heinz 0:1
4 5 Kotlar, Alfred 5 Wittmann, Rainer 0:1
5 7 Samisch, Romuald 6 Canzler, Harald ½:½
6 8 Block, Frank 7 Wolff, Torsten 0:1
7 1001 Mayeres, Hans-Christian 8 Wichtrup, Jan-Louis 0:1
8 1002 Grothuesmann, Heinz 1001 Herrmann, Christoph ½:½

Die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf konnten im Gegensatz zu uns punkten. Sowohl Oberhausen (4:4 bei Borbeck, bereits Anfang des Jahres ausgetragen und im letzten Bericht bereits erwähnt und eingerechnet) als auch Bochum (4:4 bei Horst-Emscher) spielten Unentschieden. Außerdem unterlag Mülheim-Nord dem ersatzgeschwächten SV Ahlen mit 3,5:4,5 und ist bereits so gut wie abgestiegen. Castrop-Rauxel verlor gegen Brackel ebenfalls mit 3,5:4,5. Dem Dortmunder SV fehlt damit noch ein Sieg zum sicheren Aufstieg. Dahinter streiten sich Brackel, Castrop-Rauxel, Ahlen und Horst-Emscher um den zweiten Platz. Borbeck ist auf Platz 6 so gut wie gerettet, während für uns nun wieder das große Zittern beginnt, obwohl wir noch die leicht bessere Ausgangsposition gegenüber Oberhausen und Bochum haben. Ein Erfolg im nächsten Spiel bei Borbeck (29.03.) wäre daher immens wichtig, um den Klassenerhalt weiterhin in der eigenen Hand zu haben.

Die Tabelle im Überblick:

Pl. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp + = MP BP
1 Dortmunder SV 1 ** 5,0 4,0 4,5 4,5 7,0 5,0 6,0 7 6 1 0 13 36.0
2 SF Brackel 3 3,0 ** 4,5 4,0 5,5 6,0 5,0 6,0 7 5 1 1 11 34.0
3 SV Castrop-Rauxel 2 4,0 3,5 ** 5,0 4,0 5,0 4,5 5,0 7 4 2 1 10 31.0
3 SV Ahlen 2 3,5 4,0 ** 4,0 4,5 4,5 6,0 4,5 7 4 2 1 10 31.0
5 SV Horst-Emscher 2 3,5 3,0 ** 5,0 5,5 4,5 4,0 4,5 7 4 1 2 9 30.0
6 Weiße Dame Borbeck 2 2,5 4,0 4,0 3,0 ** 4,0 5,0 5,0 7 2 3 2 7 27.5
7 SC Recklinghausen Altstadt 1 1,0 2,0 3,0 3,5 2,5 ** 4,5 5,0 7 2 0 5 4 21.5
8 Oberhausener SV 3 3,0 3,0 3,5 3,5 4,0 3,5 ** 5,0 7 1 1 5 3 25.5
9 SC an der Uni Bochum 1 3,5 2,0 4,0 3,0 3,0 3,0 ** 5,0 7 1 1 5 3 23.5
10 SV Mülheim-Nord 5 2,0 2,0 3,0 3,5 3,5 3,0 3,0 ** 7 0 0 7 0 20.0

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Ein Kommentar zu Erste Mannschaft chancenlos

  1. Grothuesmann Heinrich sagt:

    Michael, danke für diesen ausführlichen Bericht, der leider unser vergebliches Bemühen recht gut wiedergibt. Es wäre wünschenswert, wenn wir in den letzten beiden Begegnungen in der Bestbesetzung spielen könnten– dann haben wir gute Chancen.

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