{"id":737,"date":"2014-05-03T23:41:10","date_gmt":"2014-05-03T21:41:10","guid":{"rendered":"http:\/\/schachclub-re-altstadt.de\/?p=737"},"modified":"2015-01-31T13:16:59","modified_gmt":"2015-01-31T12:16:59","slug":"nachbericht-aus-oberhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schachclub-re-altstadt.de\/?p=737","title":{"rendered":"Nachbericht aus Oberhausen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Feiertage zu Ostern haben Udo und ich am traditionellen Oberhausener Oster Open teilgenommen. Udo erreichte hierbei gegen ausnahmslos starke Gegner gute 2 Punkte aus 7 Partien, ich kam nach durchwachsenen Leistungen auf 3,5 Punkte. Gewonnen hat erwartungsgem\u00e4\u00df der deutsche Nationalspieler GM Daniel Fridman. Insgesamt waren 148 Spieler am Start, darunter 16 Titeltr\u00e4ger.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Udo und ich hatten bereits mehrmals in Oberhausen teilgenommen und verbinden gute Erinnerungen mit dem Turnier, insbesondere bzgl. Organisation und Spielbedingungen. Daher lie\u00dfen wir es uns auch in diesem Jahr nicht entgehen, unser Gl\u00fcck dort zu versuchen. Und mit dieser Entscheidung standen wir nicht alleine. Neben dem Oberhausener Aush\u00e4ngeschild GM Vlastimil Hort hatte sich kurzfristig mit GM Daniel Fridman ein Nationalspieler angemeldet. Mit 148 Teilnehmern war das Turnier zwar in diesem Jahr ausnahmsweise nicht ausgebucht, dennoch waren wie immer ausreichend Spieler jeder Spielst\u00e4rke vertreten. Udo fand sich in der Setzliste an Position 126 wieder, ich nahm mit meiner nicht ganz zufriedenstellenden Elo Platz 79 ein. Doch dieser Setzlistenplatz hatte auch etwas Gutes, da er bedeutete, dass ich in der ersten Runde an einem der vordersten Bretter auf der B\u00fchne spielen durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An Brett 5 sa\u00df ich nun dem Internationalen Meister Matthias Dann aus Berlin gegen\u00fcber. Auch Udo hatte eine scheinbar aussichtslose Aufgabe zu bew\u00e4ltigen. Er spielte gegen Marc Richters (Elo 2036). Bei mir nahm die Partie den erwarteten Verlauf. Mein Gegner \u00fcberlegte kaum, ich lie\u00df mich ziemlich leicht \u00fcberspielen und musste schlie\u00dflich aufgeben &#8211; etwas mehr Gegenwehr hatte ich mir schon erhofft. Udo dagegen hielt sehr gut mit. Sein Gegner hatte eine Qualit\u00e4t f\u00fcr zwei Bauern geopfert, konnte aber noch kein Kapital daraus schlagen. Das Ende der Partie bekam ich nicht mit, als ich aber abends auf die Ergebnisse schaute, sah ich, dass Udo seinem Gegner tats\u00e4chlich ein Remis abgerungen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Karfreitag wartete eine Doppelrunde auf uns. Als Lohn f\u00fcr sein \u00fcberraschendes Remis durfte Udo zun\u00e4chst gegen FM Marcel Becker antreten, der in der ersten Runde ebenfalls \u00fcberraschend nur Remis gespielt hatte. Doch trotz des frisch errungenen Selbstvertrauens agierte Udo hier etwas unkonzentriert und verlor bereits nach wenigen Z\u00fcgen eine Figur und die Partie. Ich war in meiner ersten Partie gegen Norbert Moseler (Elo 1614, DWZ 1301) deutlicher Favorit, begann aber etwas unkreativ und musste mich lange mit einer ausgeglichen Stellung herumschlagen. Daher begn\u00fcgte ich mich zun\u00e4chst damit, meine Figuren auf vern\u00fcnftige Felder zu bewegen. Das etwas abwartende Verhalten provozierte meinen Gegner dazu, selbst das Heft in die Hand zu nehmen, was prompt schief ging und mir innerhalb weniger Z\u00fcge den Partiegewinn einbrachte. Am Nachmittag spielte Udo gegen Lukasz-Rafal Potyrala (Elo 1860), ich gegen Ingo Krimphoff (DWZ 1927). Aus dieser Runde gibt es wenig Spannendes zu berichten. Udo geriet nach und nach immer mehr unter Druck und musste seinem Gegner zum verdienten Sieg gratulieren. Ich erreichte mit Wei\u00df nach einer nicht allzu komplizierten Er\u00f6ffnung eine sehr ausgeglichene Stellung und nahm bereits nach ca. einer Stunde das Remisangebot meines Gegners an &#8211; eine willkommene Situation in einer Doppelrunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der vierten Runde musste ich gegen Frank Ackermann (Elo 2055) ran, Udo traf auf David Atkins (Elo 1694) und lieb\u00e4ugelte diesmal wieder mit einer \u00dcberraschung. Meine Partie dauerte zwar nur 22 Z\u00fcge, verlief aber \u00e4u\u00dferst kompliziert. Ich war in der Er\u00f6ffnung etwas unter Druck geraten, konnte mir dann aber einen Bauern nehmen, woraufhin mein Gegner weiter angriff und sich den Bauern schnell zur\u00fcckholte. Mit genauem Spiel konnte ich dann aber durch eine forcierte Abwicklung ein Remisendspiel erreichen. Udo erlebte in seiner Partie H\u00f6hen und Tiefen, hatte aber letztendlich das Gl\u00fcck auf seiner Seite. Er verlor zun\u00e4chst einen Bauern, gewann diesen aber zur\u00fcck, als sein Gegner eine Fesselung \u00fcbersah. In der entstandenen Stellung waren seine Figuren dann deutlich aktiver postiert, was wohl schlie\u00dflich die Partie zu seinen Gunsten entschied.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ostersonntag standen f\u00fcr uns erneut zwei Runden auf dem Programm. Ich spielte mit Wei\u00df gegen einen \u00e4hnlich starken Gegner wie in der dritten Runde (Achim Heller, Elo 2050) und hatte mir vorgenommen, diesmal etwas aktiver vorzugehen. Ich probierte eine neue Variante gegen die Caro-Kann-Verteidigung aus, fand mich dabei aber zu Beginn nicht so zurecht. Schlie\u00dflich setzte ich mit einem doppelten Figurenopfer alles auf eine Karte. Nicht ganz \u00fcberraschend konnte mir mein Rechner dieses im Anschluss widerlegen. Mein Gegner, der zun\u00e4chst sichtlich \u00fcberrascht war, konnte jedoch keinen klaren Vorteil erreichen. Er behielt zun\u00e4chst einen Mehrbauern, hatte aber eine gef\u00e4hrlich offene K\u00f6nigsstellung. Den Bauern konnte ich dann zur\u00fcckgewinnen. Doch gerade als in der nun ausgeglichenen Stellung ein Remis in der Luft lag, unterlief mir ein folgenschwerer Fehler, als ich nach einem Turmtausch mit der falschen Figur zur\u00fcckschlug und in eine relativ einfache Mattkombination lief &#8211; \u00e4u\u00dferst \u00e4rgerlich, zumal die von Taktik gepr\u00e4gte vierst\u00fcndige Partie viel Kraft und Nerven gekostet hatte.\u00a0 Udo war gegen Walter Westermann (Elo 1880) zum wiederholten Male klarer Au\u00dfenseiter und konnte diesmal keinen Punkt erk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachmittags fand ich mich nach der Niederlage etwas weiter hinten wieder und war nun gegen Stefan Hofer (Elo 1731) ziemlich unter Druck. Udo spielte gegen Kordula Lebioda-Dette (Elo 1730). In meiner Partie wich ich fr\u00fch von gewohnten Pfaden ab und entwickelte meine eigene (aus strategischer Sicht v\u00f6llig bl\u00f6dsinnige) Variante. Es sah zwar zun\u00e4chst so aus, als wenn ich am Damenfl\u00fcgel einen Angriff starten k\u00f6nnte, daf\u00fcr hatte ich aber einige meiner Figuren vom K\u00f6nigsfl\u00fcgel abgeschnitten, was mein Gegner sogleich zu einem \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlichen K\u00f6nigsangriff nutzte. Ich verteidigte mich lange, eine Qualit\u00e4t musste ich aber dennoch zum \u00dcberleben opfern. Immerhin hatte ich daf\u00fcr am Damenfl\u00fcgel noch einen Bauern gewonnen. In der folgenden heftigen Zeitnotphase versuchte ich, mich mit meinen verbliebenen Figuren einzumauern und wenigstens ein Remis zu retten. Mein Gegner musste sich am K\u00f6nigsfl\u00fcgel mit dem gewonnenen Material zufrieden gegen und verschob seine Figuren nach und nach zur anderen Seite. Schlie\u00dflich dachte ich, dass er einen Gewinnweg gefunden hatte, als er mich indirekt zum Damentausch zwang. Tats\u00e4chlich aber vergab er einen Zug sp\u00e4ter die M\u00f6glichkeit zum Sieg. Es folgten mehrere Abtausche und ein Turm vs. Springer-Endspiel, in welchem meinem Gegner ein weiterer Fehler unterlief, der mir einen zweiten Bauern und ein Remisendspiel einbrachte. Gl\u00fcck gehabt, trotzdem war der Ostersonntag aus schachlicher Sicht f\u00fcr mich ein Tag zum Vergessen! Udo hatte sich \u00fcbrigens durch seine guten Ergebnisse anscheinend einiges an Respekt erarbeitet und konnte sich mit seiner Gegnerin fr\u00fch auf ein Remis einigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abschlusstag ging es f\u00fcr mich gegen Willi Spenk (Elo 1708) im Prinzip nur noch um Schadensbegrenzung. Gl\u00fccklicherweise konnte ich in dieser Partie bereits fr\u00fch eine Figur f\u00fcr zwei Bauern gewinnen. Von dem Materialr\u00fcckstand unter Druck gesetzt, setzte mein Gegner auf eine Alles-oder-Nichts-Taktik und opferte einen Bauern, um seine g-Linie zu \u00f6ffnen. Der Angriff sah aber dennoch nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gef\u00e4hrlich aus. Ich musste mich zwar noch recht lange qu\u00e4len, konnte den Sieg irgendwann aber doch unter Dach und Fach bringen. Udo verlor gegen Frank Wienkamp (Elo 1790), was nichts an seinem guten Abschneiden \u00e4ndern konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Erreichen des Mindestziels von 50% der m\u00f6glichen Punkte landete ich in der Tabelle auf dem 77. Platz, Udo wurde mit 2 Punkten aus 7 Partien 124.. In weiteren Zahlen ausgedr\u00fcckt bedeutete das f\u00fcr mich -15 DWZ und +2 Elo, f\u00fcr Udo +44 DWZ und +35 Elo. Mir wurde haupts\u00e4chlich der viel zu anstrengende Ostersonntag zum Verh\u00e4ngnis. Udo konnte insgesamt \u00fcberzeugen &#8211; einziges Manko: nach guten Leistungen fehlte mehrmals die Konzentration und Konstanz in der n\u00e4chsten Partie. Die ersten drei Pl\u00e4tze gingen \u00fcbrigens an GM Daniel Fridman, IM Thomas Henrichs und IM Karl-Heinz Podzielny.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.osv1887.de\/archivfotos\/osteropen-2006-bis-2012\/ausschreibung\/rangliste\/\" target=\"_blank\">Tabelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.osv1887.de\/gm-daniel-fridman-gewinnt-das-osteropen-2014-der-stadtsparkasse-oberhausen\/#more-7405\" target=\"_blank\">Abschlussbericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.schachbund.de\/turnier.html?code=B417-614-OOB\" target=\"_blank\">offizielle DWZ-Auswertung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/ratings.fide.com\/tournament_report.phtml?event16=90291&amp;t=\" target=\"_blank\">offizielle Elo-Auswertung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Bericht von Michael Glahn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Feiertage zu Ostern haben Udo und ich am traditionellen Oberhausener Oster Open teilgenommen. 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